Mitralklappeninsuffizienz beim Pferd kein Sachmangel

Das Oberlandesgericht Oldenburg hat sich in einer recht aktuellen Entscheidung mit der Frage befasst, ob eine Mitralklappeninsuffizienz einen Sachmangel bei einem Dressurpferd darstellt (OLG Oldenburg, Urteil vom 05.02.2015, Az.: 14 U 29/12).

Der Kläger hat seine Klage unter anderem darauf gestützt, dass das Pferd an einer Mitralklappeninsuffizienz leide, was alleine zu einer Wertminderung des Pferdes zwischen 50 % und 100 % führe. Es handele sich dabei zudem um einen Umstand auf den der Verkäufer eines Pferdes ungefragt hinweisen müsse.

Das Gericht hat nach Einholung eines Sachverständigengutachtens entschieden, dass die Mitralklappeninsuffizienz im vorliegenden Fall nicht zu einer Leistungsbeeinträchtigung führt. Das Gericht hat daher das Vorliegen eines Sachmangels verneint, weshalb die Klage letztendlich erfolglos war.

Fazit: Die Rechtsprechung geht einhellig davon aus, dass der Käufer eines Pferdes keinen Anspruch darauf hat, ein Pferd mit idealen Anlagen zu erhalten. Ob sich die vorliegende Entscheidung des Gerichts allerdings verallgemeinern lässt erscheint durchaus fraglich. Aus anderen Verfahren ist bekannt, dass eine Mitralklappeninsufizienz im schlimmsten Fall zu plötzlichem Herzversagen führen kann, was für den Reiter potentiell lebensgefährlich ist.