Schmerzensgeld für Bereiter von Problempferden

Das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht hat sich mit der Frage befasst, ob auch dem professionellen Bereiter eines Problempferdes ein Schmerzensgeldanspruch unter dem Gesichtspunkt der Tierhalterhaftung zusteht, wenn er vom Pferd stürzt. Grundsätzlich hat der Halter eines Pferdes Schäden zu ersetzen, die das von ihm gehaltene Pferd einem Dritten zufügt, soweit sich in dem eingetretenen Schaden gerade die von dem Tier ausgehende Gefahr verwirklicht. Die Frage ist, ob auch der Bereiter eines Problempferdes einen Anspruch gegen den Tierhalter hat, wenn es zu einem Sturz kommt. Nach Auffassung des Oberlandesgerichts schon:

1. Wer als selbständiger Bereiter “Problempferde” bereitet und hierbei einen Unfall erleidet, kann den Pferdehalter grundsätzlich auch dann aus Tierhalterhaftung (§ 833 BGB) in Anspruch nehmen, wenn bei besonders problematischem Verhalten des Pferdes der Tierhalter ihm konkret das weitere Bereiten anheimgestellt hat. Denn allein hierdurch wird der Bereiter nicht aus dem Vertragsverhältnis zum Pferdehalter entlassen und handelt daher auch nicht “auf eigene Gefahr”.

2. Reitet der Bereiter in einer derartigen Situation dennoch und wird vom Pferd abgeworfen, kann allerdings sein Schadensersatzanspruch in Anwendung des § 254 BGB zu kürzen sein (im konkreten Fall auf 50%).

Fazit: Auch der Bereiter hat einen Anspruch auf Schadensersatz bzw. Schmerzensgeld, muss sich aber gegebenenfalls den Einwand des Mitverschuldens entgegenhalten lassen, wenn er bewusst ein Problempferd reitet!