Thomas Cook-Pleite…Ihre Rechte!

 

 

Thomas Cook Insolvenz und kein Ende

Presse, Funk und Fernsehen berichteten aktuell täglich über das Insolvenzverfahren von Thomas Cook und den Problemen mit den damit in Verbindung stehenden weiteren Reiseunternehmen. Dabei sind damit verbundene Rechtsfragen zu unterscheiden zwischen einer Pauschalreise mit einem Sicherungsschein und einer Individualreise. Weiter ist zu unterscheiden zwischen den Reisenden, die bereits die Reise angetreten haben und nun vor Ort Probleme mit zusätzlichen Zahlungsforderungen von Hoteliers bzw. mit Ihrer Rückreise haben oder denjenigen, die vor einem Antritt der Reise stehen.

Urlauber, die sich noch mitten im Urlaub befinden, stellen sich die Frage, ob sie ihren Urlaub zu Ende führen können ohne ein zusätzliches Kostenrisiko und der weiteren Frage, wer sie wieder nach Hause fliegt. Andere Reisende haben bereits den Urlaub gebucht und fragen sich jetzt, ob der Urlaub für Sie noch in der gebuchten Form garantiert ist. Ansprechpartner des Reisenden ist zuerst der Reiseveranstalter, nicht das Reisebüro oder das Online-Portal, die in der Regel lediglich als Vermittler tätig werden. Dafür gibt es in der Regel vor Ort den zuständigen Reiseleiter, wobei sich diese in einigen Fällen bereits verleugnen lassen.

Der Urlaubsuchende, der nur einzelne Reiseleistungen, also keine Pauschalreise, gebucht hat, z.B. nur den Flug oder nur das Hotel, sollte bei der Fluglinie oder dem Hotel vorher erfragen, ob eine bestätigte Buchung vorliegt und der Preis vom Veranstalter bezahlt wurde. Das sollte man sich schriftlich bestätigen lassen. Ansonsten droht durch den Hotelier oder die Fluggesellschaft die Forderung nach einer erneuten Bezahlung.

Ansonsten entscheidet der Insolvenzverwalter von Thomas Cook darüber, ob Flugbuchungen noch erfüllt werden. D.h., man muss dann seine Forderung an die Insolvenztabelle anmelden. Darüber entscheidet dann das Insolvenzverfahren.

Besser sieht es aus für Pauschalreisen. Hier hilft auf jeden Fall der Sicherungsschein, den man aber vorlegen muss und der im Schein genannte Absicherer entscheidet dann, ob die Reise fortgesetzt werden kann. Bezüglich Ihrer Ansprüche aus dem Sicherungsschein heraus sollten Sie sich wegen der Komplexität dann doch anwaltlich beraten lassen. Bei dieser Beratung erhalten Sie dann auch die Information darüber, welche Ansprüche gesichert sind und in welcher Höhe meine Ansprüche zurückgezahlt werden können, weil dieses letztendlich von der Haftungshöchstsumme des Absicherers abhängt. Die Haftungshöchstgrenze für ein Geschäftsjahr ist begrenzt auf 110.000.000 €.

Prüfen Sie auch unverzüglich, ob sie z.B. eine Rückbuchung über Ihre Kreditkarte durchführen können. Ihr Kreditkartenunternehmen informiert Sie über das so genannte Chargeback-Verfahren.

Antworten auf die vielen Fragen, die sich aus diesem Problem und sonstigen misslungenen Reisen ergeben, können Sie nicht alleine erhalten aus Presse, Funk und Fernsehen. Holen Sie sich unverzüglich Rechtsrat beim Fachmann.

Selbst wenn Sie keine Rechtsschutzversicherung haben, die Ihnen hier kostenmäßig bei einer anwaltlichen Beratung helfen kann, haben Sie immer noch die Möglichkeit, sich kostengünstig im Rahmen einer Erstberatung unterstützen zu lassen. ADAC Mitglieder erhalten im Rahmen ihrer Mitgliedschaft bei den Vertragsanwälten des ADAC Rechtsrat.

Ein Erstkontakt kann auch hergestellt werden per Internet und Sie erhalten schnellstmöglich einen Besprechungstermin.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Schliecker

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Familienrecht

Fachanwalt für Verkehrsrecht

ADAC Vertragsanwalt