Was ist eigentlich eine Abmahnung?

Einer verhaltensbedingten Kündigung, sei es eine außerordentliche oder ordentliche Kündigung, muss regelmäßig eine Abmahnung vorausgehen, wenn es sich nicht um einen ganz besonders schweren Verstoß handelt. Denn nur so kann aus einem Fehlverhalten der Schluss gezogen werden, dass der Arbeitnehmer in der Zukunft dieses Fehlverhalten wiederholen wird.

Deshalb muss eine Abmahnung eine Rüge eines konkreten Verhaltens mit der Warnung für die Zukunft, dass bei Wiederholung mit einer Kündigung zu rechnen ist, verbinden. Eine Abmahnung muss nicht schriftlich erfolgen, dies ist aber zu Beweiszwecken (denn es gilt einen konkreten Inhalt der Abmahnung zu beweisen) hilfreich, wenn nicht gar zwingend. Der Arbeitnehmer kann die Rücknahme und Entfernung aus der Personalakte verlangen, wenn die Abmahnung inhaltlich falsch ist. Die Abmahnung muss auch insgesamt zurückgenommen werden, wenn nur einer von mehreren abgemahnten Tatbeständen falsch dargestellt ist; die richtig dargestellten Sachverhalte können dann aber erneut – separat – abgemahnt werden.

Von der Abmahnung zu unterscheiden ist die bloße Ermahnung ohne Kündigungsandrohung, die rechtlich ohne Bedeutung ist.

Bei Fragen zu Abmahnungen wenden Sie sich an Rechtsanwalt Andreas Maccari, Fachanwalt für Arbeitsrecht.